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Reisen & Verkehr > Historisches

Flughafen Berlin-Tempelhof

Stillgelegt und dennoch in aller Munde: Bis zur Schließung am 31. Oktober 2008 stand der Zentralflughafen stets im Fokus medialen Interesses, denn mit seinem "Aus" endete ein wesentliches Kapitel (West-) Berliner Fluggeschichte.




  Bildnachweis: Helga Ewert /pixelio.de

Vom Exerzierplatz zum Flughafen

Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts: Als aufstrebende Großstadt sieht Berlin Chancen im zukunftsweisenden Luftverkehr und benötigt dementsprechende Anbindungen, zumal die Flughäfen Johannisthal und Staaken viel zu weit entfernt liegen. Dagegen erfüllt das Tempelhofer Feld alle Ansprüche, dient aber immer noch militärischen Zwecken. Aufgrund knapper Finanzen scheitert der Verkauf an die Stadt. Etwa zeitgleich reifen Pläne, die auf dem Areal den Neubau von Messehallen vorsehen. Doch diesen kommt Stadtbaurat Dr. Ing. Leonhard Adler in einer imposanten Aktion zuvor. Auf dem nächtlichen Rückflug von Leipzig landen Männer des Stadtmagistrats auf dem besagten Feld, erfahren am eigenen Leib das Format von Tempelhof. Die Ankunft überzeugt letzte Skeptiker.

Leonhard gelingt es, die Gesellschaften Aero Lloyd und Junkers als finanzstarke Partner zu binden; 1922 beginnt der Bau zweier hölzerner Flugzeughallen und eines Verwaltungsobjektes. Noch vor Freigabe des Verkehrsministeriums im Oktober 1923 heben Flugzeuge der Linie Berlin-München von Tempelhof ab. Die Erfolgsgeschichte nimmt ihren Lauf.

Schnell ist klar, dass die Kapazitäten nicht ausreichen. Von 1924 bis 1927 erfolgt der erste Ausbau: Fünf große Flugzeughallen, Werkstätten, eine Tankanlage und ein Trakt für Verwaltung und Abfertigung entstehen. In der Zwischenzeit formiert sich die Deutsche Aero Lloyd mit der Junkers Luftverkehrsgesellschaft zur Deutschen Luft Hansa. Nahezu synchron dazu ist Tempelhof Standort der ersten Nachtflugstrecke Berlin-Königsberg-Moskau. Ein Jahr darauf (1927) werden Notwendigkeiten für den dauerhaften Nachflugverkehr geschaffen, die Zahl der Fluggäste wächst stetig.

Symbol moderner Ingenieurbaukunst

Zur "Mutter aller Flughäfen" wird Tempelhof erst im Dritten Reich. Hitlers Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania auszubauen, beeinflussen den Flughafen positiv. Am Ende einer monumentalen Nord-Süd-Achse durch Berlin soll Tempelhof stehen. Die Aus- und Umbauarbeiten beginnen 1935, Albert Speer steht dem als Mentor bei. Kriegsbedingt kommt nur der Ostteil zur Fertigstellung. Die Bauten im neoklassizistischen Stil arrangieren sich zu einer komplexen Anlage mit separaten Funktionsebenen. Dabei führt die 1200 Meter lange Flughalle das Ensemble an. Gegenwärtig gelten die Gebäude des Flughafens als größtes homogenes Bauwerk Europas.

Zweifelsohne brodeln viele Gerüchte um den prominenten Bau. Tatsächlich existieren drei unterirdische Stockwerke mit Heizungs-, Versorgungs- und Luftschutzräumen. In diesen Kellerräumen war weder das legendäre Bernsteinzimmer versteckt, noch boten sie Terrain für Top Secret-Versuche der Nazis oder der US Air Force.

Internationaler Airport

Weltweit populär wird Tempelhof erst, als die Sowjets alle Verkehrsadern nach Westberlin kappen. Die Blockade ist ihre Antwort auf die Währungsreform vom 20. Juni 1948. Westdeutschland soll in die Knie gehen. Unter Anordnung von US-General Lucius D. Clay sichern so genannte "Rosinenbomber" die Versorgung der Bevölkerung. Sie werfen "Care-Pakete" ab, und retten über elf Monate die Westberliner vorm Verhungern. Zum Gedenken steht ein solches Flugzeug auf dem Airport am Columbiadamm.

Zivile Luftfahrt in gewohnter Form beginnt wieder Anfang der 1950er Jahre. Fluggäste nahmen Tempelhof sehr gut an. Schon 1967 kann der 25.000.000ste Reisende begrüßt werden. Im Zuge der Wiedervereinigung geht die Lufthoheit an deutsche Behörden über. Erneut steht Tempelhof nach 1945 Privat- und Geschäftsflugzeugen zur Verfügung. Der Zentralflughafen kommt in die Jahre. Zu seinem 75. Geburtstag 1998 genießt er den Ruf, der ältester Airport mit Betriebserlaubnis zu sein. Danach gerät er ins Visier streitender Parteien, da vor den Toren der Hauptstadt das neue Luftdrehkreuz Berlin Brandenburg International (BBI) hochgezogen wird.

Seit dem 1. November 2008 ist Tempelhof eine Legende großer Pioniere der Luftfahrt, berühmter Stars und Sternchen, genialer Architektur und Zeitzeuge deutscher Nachkriegsgeschichte.

Heute gibt es auf dem großen Areal viele grüne Wiesen zum Grillen oder Chillen, Wege zum Fahrradfahren oder Spazierengehen oder Biergärten, um der Seele etwas Gutes zu tun.
Weitere Freizeitmöglichkeiten

Führungen

Die große Nachfrage zeigt, dass weiterhin Interesse am Zentralflughafen besteht. Diverse Anbieter veranstalten Führungen:

BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Frau Katrin Zenke
Telefon: +49 (30) 901 66 14 84, Fax: +49 (30) 901 66 16 67
e-Mail: Flughafenbesichtigung@BIM-Berlin.de
Die Kosten hierfür betragen pro Person 12 Euro. Für Schüler- und Studentengruppen gibt es Ermäßigungen.

Berlin Crime Tours, Herr Matthias Harbach, Birkbuschstraße 25, 12167 Berlin
Telefon: +49 (30) 509 11 660, Fax: +49 (30) 509 11 659
e-Mail: info@BerlinCrimeTours.de

Ab 17. Oktober 2009 sind Rundfahrten und -gänge über http://www.Gruen-Berlin.de/parks-gaerten/flughafen-tempelhof/fuehrungen/ zu buchen.